Boule in Magdeburg – das Spiel mit den Stahlkugeln

Die Infoseite rund um das Boule- und Pétanquespiel in und um Magdeburg

Lust auf eine gesellige Runde? Lust auf ein entspanntes Freizeitspiel? Lust auf etwas französisches Flair und ein Gläschen Wein in Magdeburg und Umgebung? Dann bist du hier genau richtig. Ein lauer Sommerabend, das Klackern der Metallkugeln… was gibt es schöneres? Schnapp dir deine Boule-Kugeln und los geht’s! Du hast keine Kugeln? Schau einfach trotzdem vorbei, wir haben immer welche für den schnellen Einstieg übrig. Die Regeln sind ganz einfach zu erlernen. Die kleine Boule-Szene in Magdeburg wächst langsam aber sicher und sucht immer Neueinsteiger oder Zugezogene Alt-Pétanqueure.

Drei Kugeln, ein Schweinchen. Wer legt, wer schießt? Entspannter Freizeitsport, bei dem Geselligkeit und die Devise „nur keine Hektik!“ im Vordergrund stehen.

Boule ist für Jeden und kein Leistungssport

Jeder, der möchte, darf dabei sein. Es gibt keine speziellen Anforderungen. Eine kleine Schnupperstunde, ein wenig Gefühl für das werfen der Kugeln und schon kann es losgehen. Boule macht einfach Spaß. Es gibt nichts schöneres, als nach einem hektischen Tag mit einer ruhigen Kugel den Stress zu vergessen und herunterzukommen.

Schau dich ruhig um auf diesen Seiten! Viel Spaß beim Stöbern und wir sehen uns bei einem Spiel!

Pétanque? Boule? Boccia? Wie jetzt?

Die unzähligen Kugelsportarten haben gemeinhin ein Ziel: Deine Kugeln müssen näher an der Zielkugel liegen bleiben als die des Gegners.

„Boule“ ist Französisch und heißt einfach nur „Kugel“. genauer gesagt meinen wir aber Pétanque.

Pétanque ist die mit Abstand populärste Boule-Variante. Sie hat ihren Ursprung in Südfrankreich und wird mittlerweile auf allen Kontinenten gespielt. Man spielt Pétanque aus dem Stand oder aus der Hocke (die anderen Boulespiele sind mitunter sehr viel sportlicher) mit Stahlkugeln und einer kleinen, hölzernen Zielkugel („Schweinchen“).

Neben den zig französischen Boule-Spielen gibt es auch ähnliche Kugelspiele in Italien (Boccia), Großbritannien (Bowls) oder Boßeln in Norddeutschland. Hier geht’s aber um Pétanque, auch wenn wir vom Boule-Spiel sprechen.

Das Schöne am Boule ist: Man kann es grundsätzlich auf jeder halbwegs ebenen und unbefestigten Fläche spielen. Ungepflasterte Wege, Parkplätze oder Schotterplätze eignen sich hervorragend. Davon gibt’s in jeder Stadt, auch in Magdeburg, genug. Außerdem gibt es keine bessere Gelegenheit, sich ein wenig körperlich zu betätigen, Zeit an der frischen Luft zu verbringen und gleichzeitig ein Gläschen Wein zu genießen. Eben diese Mischung aus Geselligkeit, Wettbewerb, frischer Luft und Bewegung macht Pétanque so beliebt wie keine andere Boulesportart.

Pétanquespieler in Paris. Bildlizenz: Creative Commons

In Deutschland gibt es zahlreiche Boule- bzw. Pétanque-Vereine, auch in Leipzig, Halle, Jena, Berlin, Braunschweig… in Magdeburg ist Pétanque bisher nur wenig organisiert. Die hiesige DFG (Deutsch-Französische Gesellschaft) lädt regelmäßig zu Boulespielen ein und richtet auch Freizeit-Turniere aus. Es wäre schön, wenn sich hier noch mehr, vor allem jüngere Menschen für Boule begeistern könnten! Interessierte Mitspieler sind immer gerne gesehen, und vielleicht wird daraus ja ein längerfristiger Freizeitspaß!

Wo kann man in Magdeburg und Umgebung Boule spielen?

Wir treffen uns von Frühjahr bis Herbst bei schönem Wetter regelmäßig hier:

  • jeden Sonntag ab 14:00 Uhr im Kurpark Schönebeck am Dr.-Tolberg-Saal
  • mittwochs ab 17:30 in der Schweizer Milchkuranstalt am Fürstenwall in Magdeburg
  • donnerstags ab 16:00 im Nordpark in Magdeburg

Schaut einfach in die nächsten Termine oder in die Veranstaltungen.

Was muss ich mitbringen?

Lust aufs Spiel und gute Laune. Leihkugeln haben wir meist vor Ort. Wer Gefallen am Spiel findet und öfter mitspielen möchte, ist mit einem Satz günstiger Freizeitkugeln gut bedient, die man schon für unter 50 Euro kaufen kann. Für (semi-) professionelle Spiele bei Tournieren oder einer Liga benötigt man einen Satz zugelassener Wettkampfkugeln, die je nach Material und Beschaffenheit knapp 100 bis 300 Euro kosten.

Pétanque stellt keine besonderen Anforderungen an Kondition oder körperliche Fitness. Es kann jeder mitspielen, der in einer Hand eine 650 bis 800 Gramm schwere Kugel halten und diese werfen kann. Auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, z.B. Rollstuhlfahrer, ist Pétanque geeignet. Es gibt spezielle Techniken für den richtigen Stand, den Wurf der Kugel etc., diese sind aber schnell und einfach zu erlernen.

Pétanque-Spielregeln

„Die Große muss ans Kleine!“ Das ist das Ziel des Spiels: Die eigenen Kugeln näher an die Zielkugel bringen als der Gegner. Wer es genauer wissen möchte, darf sich hier gerne etwas schlau machen. Die Spielregeln für Boule bzw. Pétanque sind im Grunde nicht schwer und schnell zu lernen.

Zum Spielen benötigt jeder Spieler i.d.R. drei Kugeln (Boules). Außerdem wird noch eine Zielkugel („Schweinchen“, „cochonnet“ oder liebevoll auch „Sau“) benötigt. Bisweilen hilft ein Maßband für’s genauere Messen und ein Lappen zum reinigen der Kugeln.

Vorbereitung

Zunächst zwei werden zwei Mannschaften ausgelost, die gegeneinander spielen. Folgende Konstellationen sind möglich:

  • ein Spieler gegen einen anderen Spieler mit je drei Kugeln („Tête-à-tête“),
  • zwei Spieler gegen zwei Spieler mit je drei Kugeln („Doublette“),
  • drei Spieler gegen drei Spieler mit je zwei Kugeln („Triplette“)

Bei ungeraden Spieleranzahlen lassen sich Doubletten und Tripletten auch mischen (insg. 5 Spieler). Bei drei Spielern kann einer mit sechs Kugeln spielen (sog. „Berliner“). Es lässt sich also für jede Spielerzahl eine Konstellation zum Spielen finden.

Die erste Runde

Sind beide Teams komplett, wird ausgelost, welche Mannschaft beginnen darf. Egal ob Schnick-Schnack-Schnuck, „Ladys first“ oder „Alter vor Schönheit“… man wird sich schon einig. Dann beginnt die erste Aufnahme, d.h. der erste Durchgang des Spiels. Die ausgeloste Mannschaft legt den Wurfkreis fest und wirft die Zielkugel auf 6 bis 10 Meter Entfernung. Dieses Team beginnt. Der erste Spieler begibt sich in den Wurfkreis und wirft eine Kugel in die Nähe des Schweinchens.

Hier spielen drei gegen drei (Triplette). Die Mannschaft mit den hellgrauen Kugeln wirft das Schweinchen und beginnt nun mit dem ersten Wurf.

Weiter geht’s…

Nachdem die erste Boule geworfen wurde, ist das andere Team an der Reihe und versucht, eine seiner Kugeln näher am Schweinchen zu platzieren als der Gegner. Gelingt dies, ist wieder die erste Mannschaft am Zug. Gelingt es nicht, folgt noch ein Versuch. Ein Team ist so lange an der Reihe, bis eine seiner Kugeln besser am Schweinchen liegt. Es ist erlaubt, sowohl die eigene Kugel durch vorsichtigen Wurf näher an die Zielkugel zu „legen“, als auch durch einen präzisen Wurf eine gegnerische Boule von ihrem Platz zu „schießen“.

Das Team mit den dunkelgrauen Kugeln ist an der Reihe, da eine gegnerische Kugel (hellgrau) den Punkt hat, d.h. als nächstes am Schweinchen liegt. Der Spieler wird vermutlich versuchen, diese Kugel durch Schießen zu entfernen. Besser zu legen wird schwierig werden und es sind noch genug Kugeln da, falls der riskante Schuss versemmelt wird.

Das Finale

Sind alle Kugeln einer Mannschaft aufgebraucht, spielt der Gegner seine verbliebenen Kugeln. Wurden alle Kugeln gespielt, werden die Punkte gezählt. Dabei zählt jede Kugel einer Mannschaft als Punkt, die näher am Schweinchen liegt als die erstbeste Kugel des Gegners. Der Punktestand wird notiert und die erste Aufnahme ist beendet. Es wird so lange gespielt, bis ein Team insgesamt 13 Punkte erreicht hat. Dieses Team hat das Spiel gewonnen.

In diesem Bild hat der Spieler mit den dunkelgrauen Kugeln zwei Punkte erspielt, weil zwei seiner Kugeln (1 und 2) dem Schweinchen am nächsten liegen. Dann kommt Kugel 3 als bestplatzierte Kugel des Gegners.

Dies ist nur eine Kurzfassung für den schnellen Einstieg. Sämtliche Eventualitäten und Spezialfälle werden im offiziellen Regelwerk behandelt. Das vollständige Regelwerk kann z.B. auf der Internetseite des Pétanqueverbandes Ost heruntergeladen werden: http://pv-ost.de.

Besondere Situationen

Ohne zu weit ins Detail zu gehen – hin und wieder gibt es auch beim Freizeitspiel Situationen, die ein Reglement erfordern. Die Genauigkeit sollte zwar nicht auf Kosten des Spielspaßes gehen, aber ohne Regeln gibt es Streit und das will keiner.

Problem: Wir hätten jetzt 13 (oder mehr) Punkte und der Gegner hat keine Kugeln mehr. Müssen wir weiterspielen?
Lösung: Das Spiel ist zu Ende und ihr habt gewonnen. Sobald die „13“ liegt und nichts mehr dagegen unternommen werden kann, ist das Spiel gewonnen.

Problem: Die Zielkugel wurde zu nah oder zu weit (oder ins Aus) geworfen
Lösung: Der Gegner darf die Kugel an einen Ort der Wahl, 6 bis 10 Meter vom Wurfkreis entfernt, auf die Spielfläche legen. Wer es ganz locker sieht, kann dem Schweinchen auch einen Stups in die richtige Richtung geben oder den Wurfkreis etwas verschieben, sofern alle Parteien damit einverstanden sind. Im Freizeitspiel ist die letztgenannte Variante die üblichste.

Problem: Eine Spielkugel ist im „Aus“
Lösung: Knallt eine Spielkugel gegen eine Wand oder Mauer, oder überquert sie „verbotenes Gelände“, ist sie „aus“; auch wenn sie wieder zurückrollt. Sie wird aus dem Spiel entfernt und das Spiel geht normal weiter. Vor einem Spiel auf freiem Gelände sollten sich die Parteien einig sein, welche Stellen als „Aus“ gelten. Übrigens: Eine Kugel, die von einem Baum abprallt oder von einem Menschen oder Tier (versehentlich) abgelenkt wird, bleibt im Spiel.

Problem: Das Schweinchen ist im „Aus“ gelandet
Lösung: Hat eine Mannschaft keine Kugeln mehr auf der Hand, bekommt die andere Mannschaft so viel Punkte, wie noch Kugeln zu spielen wären und die Aufnahme ist beendet. Andernfalls (beide Teams haben noch Kugeln auf der Hand oder beide Teams sind „leer“) wird die Aufnahme ohne Punktvergabe annulliert, als wäre sie nie gespielt worden. Übrigens ist das Schweinchen auch „aus“, wenn es mehr als 20 Meter vom Wurfkreis entfernt liegt, durch einen Gegenstand verdeckt wird oder hinter verbotenem Gelände liegt.

Problem: Zwei Kugeln liegen exakt in gleichem Abstand zum Schweinchen
Lösung: Die Mannschaften spielen abwechselnd ihre Kugeln, bis die Situation geklärt ist, beginnend mit der Mannschaft, die die letzte Kugel gespielt hat. Ist eine Mannschaft leer, spielt das andere Team seine verbleibenden Kugeln. Ist am Ende der Aufnahme die Situation unverändert, wird die Aufnahme annulliert („Nullaufnahme“).

Problem: Ich habe gespielt, obwohl ich nicht dran war!
Lösung: Kann passieren. Sind alle Beteiligten mit diesem Fauxpas einverstanden, wird einfach normal weitergespielt. Sollte es zu Protesten kommen, wird die gespielte Kugel aus dem Spiel genommen und alles, was sie verändert hat, in seine ursprüngliche Lage versetzt. Das offizielle Regelwerk sieht übrigens letzteres vor; der Gegenspieler hat allerdings das Recht, auf einen eventuell entstandenen Vorteil zu bestehen. Damit würde dann normal weitergespielt werden.